Arthur Wirth (Maler)

Maler (1899 Leipzig bis 1973 Annaberg-Buchholz), studierte 1919-22 an den Akademien Dresden und Berlin, 1922-25 Studienaufenthalt in New York, tätig in Chemnitz, später private Malschule in Annaberg-Buchholz,

Fischer an der Ostsee

Nach langen Recherchen und einer deutlichen Korrektur, von Albert(us) Wirth hin zu Arthur Wirth, kann nun wohl eines seiner wichtigsten Werke zum 1. Weltkrieg zugeordnet und präsentiert werden

Apokalypse,

betitelt ist dieses Werk eindeutig dem Ersten Weltkrieg zuzuordnen. Prägnantestes Indiz dazu ist er Helm des stürmenden Reiters. Der Begriff der Apokalypse ist hier zweifach zu interpretieren. Zum einen wird der direkte Zusammenhang zu den mörderischen Schlachten hergestellt, zum anderen aber auch die personifizierte Angst im Sturm auf die Gegner im Ausdruck des Soldaten dargestellt. Getrieben vom Tod, begleitet von Lilith der bibelnahen mythologischen Figur.

Lilith wird als der erste Dämon (verdorben durch den Teufel) tituliert und als erste je geschaffene Frau, welche auch schon vor Eva die Partnerin Adams war. Hier ist ergänzend, eventuell um das Bild weiter ergründen zu können, anzumerken:

In der ganzen Bibel kommt Lilith nur einmal vor, nämlich im schwierigen Abschnitt Jes 34,11-15 (Erwähnung V. 14): “Hier wird in einer prophetischen Rede geschildert, wie Edom der Vernichtung anheimfällt. Im Rahmen dieser Schilderung wird u.a. berichtet, welche unheimlichen und gefährlichen Tiere die Ruinen Edoms bevölkern und diese so unbewohnbar machen (Eulen undRaubvogel, Strauß, Schakal und Schlange [Wüstentiere], Wüstlinge, Heuler undBock [Dämonen]. Unter diesen Wesen wird auch Lilith als Verkörperung der menschlichen Antigesellschaft genannt.” (H. Frey-Anthes, Ebd.)

Die Verknüpfung von Antigesellschaft, Tod und Krieg im Ausdruck des stürmenden Soldaten kann hier eine Interpretationsgrundlage bilden. Albert(us) Wirth waren die Grauen des Krieges mehr als nur bekannt. Wie kommt nun eine Interpretation Liliths in das Bild?

Lilith wird in den Texten des rabbinischen Judentums (Belegebei Frey-Anthes), d.h. vom 1. Jh. n. Chr. und auch in theologischen Texten etwas breiter erwähnt, erscheint dort jedoch ausschließlich als männerverführende Teufelin. Die Auseinandersetzung Wirth’s mit mythologischen und christlichen Texten wird in seiner Vita offensichtlich.

Bis hier lässt sich jedoch die These aufstellen: Der Krieg, die Männer begleitende verführende Dämonin. Den Tod, nach einem ( jedem ) greifend hinter sich.

——————————————————————————————————————–

Sinatur unten rechts

Dieses Bild, unter Einbeziehung Wirths eigener Kriegserlebnisse, seiner malerischen Dokumentation kriegerischer Schlachten und seines Werdegangs, stellt somit wohl eines seiner wichtigsten Werke künstlerischen Schaffens dar und betont auf das eindrucksvollste, welche Verführung die Erklärung des Krieges war und welche apokalyptischen Folgen dieser hatte.

Auch wenn große Teile der Freimaurerschaft den Krieg befürworteten. Nicht nur ein Phänomen der Zeit, wird das Entstehen des Werkes in weiten Teilen sicher auch der Zugehörigkeit zur Freimaurerschaft zuzuschreiben sein.

Die Königliche Kunst genannt, versteht sich die Freimaurerschaft als ein ethischer Bund freier Menschen mit der Überzeugung, dass die ständige Arbeit an sich selbst zu einem menschlicheren Verhalten führt. Die fünf Grundideale der Freimaurerei sind Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. Sie sollen durch die praktische Einübung im Alltag gelebt werden.

Gleichzeitig wird über diesen Zusammenhang durch Wirth auch die Toleranz beschworen ( Mythologie, inkonfessionelle Religiosität ) und das übergreifende Wissen der Freimaurer in mythologischer und religöser Hinsicht dargestellt.

Krieg als Mittel also übergreifend geächtet.

Athur Wirth, Apokalypse

Öl auf Leinwand.

Gerahmt, 114 mal 88cm zzgl. Rahmen,

mit Rahmen 127 mal 102cm

Unten rechts signiert,

verso signiert und betitelt   

VHB