Günter Tollmann (* 1926 in Gelsenkirchen, Nordrhein-Westfalen; † 22. August 1990 in Hannover, Niedersachsen) war ein deutscher Maler, Bildhauer und Objektkünstler.

Günther Tollmann Kopf

In der Shop-Kategorie “Die Sammlung Tollmann” zeigen wir Arbeiten von Günter Tollmann aus den späten 50er Jahren bis zu seinem Tod 1990.

In den Achtzigern wandte sich Tollmann von der Bildhauerei, deren schmales Formvokabular sich für ihn erschöpft hatte, so abrupt ab, wie er 1966 mit ihr begonnen hatte. Und nun legte er in der Malerei nach einer vorangegangenen tachistischen Phase (1) und extrem reduzierten Materialbildern erst richtig los. Sein alttestamentarisch motiviertes Königsmotiv inspirierte eine Serie von Köpfen, Königsbrücken und -häusern. Explodierende Farbgestik, Lettern und Ziffern bändigen als kompositorisches Gerüst die kraftvolle, explodierende Farbgestik. In der architektonisch orientierten Serie Haus Lüning werden sie zum alleinigen Bildträger. Bei aller expressiven Zuspitzung manifestiert sich in diesen reifen Arbeiten auch ein kontemplativer Zug. Bezeichnenderweise verbrachte Tollmann die letzten 14 Jahre auf einem einsamen Gehöft in der Grafschaft Diepholz.

Wir verfügen über eine beachtliche Reihe von Werken aus den Kopfserien sowie über einige beeindruckende tachistische Werke. Eine Auswahl finden Sie im Shop.

Von besonderem Wert ist eine Zeichnung Tollmanns aus dem Jahr 1990. Diese Zeichnung wird als das letzte von Tollmann gefertigte Bild bezeichnet. Es zeigt deutlich seine Auseinandersetzung mit dem nahenden Tot.  “Junger trauriger König, G. Tollmann 1990” Das Bild finden Sie im Shop.

Tollmann 1990

Die Entdeckung der verschollenen Tollmanns

Das künstlerische Wirken von Günter Tollmann verlief, wie oben erwähnt, in verschiedenen Phasen. Nach seinem Tod 1990 wurde der Nachlass nicht, wie von ihm gewünscht zentral an Museen überführt, sondern zum Teil vermarktet. Ein lebenslanger Künstlerfreund Tollmanns gab in Gesprächen zum Werk an, dass Unstimmigkeiten zum Nachlass dazu beitrugen, dass sein Werk, vor allem das späte Werk, zersplittert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war es einem Sammler aus dem Raum Bremen möglich, Teile des Werkes Tollmanns zu erwerben. ( Wir haben die eindeutige Provinienz ) Aufgrund persönlicher Umstände wurden die Bilder eingelagert und blieben dann bis 2016 verschollen. Im Rahmen einer Sammlungsauflösung kamen Sie nach 26 Jahren wieder zum Vorschein. In langen Gesprächen ging es um die Einordnung und Identifizierung der Arbeiten. Neben einigen Arbeiten die anhand der Signaturen, Monogrammen oder aus eigener Kenntnis des Freundes identifiziert werden konnten, war es ein Glücksfall, dass der oft auch manische Maler Tollmann nie sonderlich sorgfältig mit seinen Bildern umging. Bei der Arbeit war Tollmann, so der Bericht seines Freundes, oft in Situationen in welchen er die Bilder an andere Orte legte etc. Dabei kam es zu Fingerabdrücken auf den Bildern, die einwandfrei zugeordnet werden konnten.

(1) Tachismus (von französisch la tache „Farbfleck“) ist eine Richtung des Informel in der abstrakten Malerei, die in den 1940er Jahren in Paris entstand und bis etwa 1960 aktiv war. Der Begriff wurde vom französischen Kunstkritiker Pierre Guéguen geprägt, der die Werke abfällig tachisme (deutsch Fleckwerk) bezeichnete.

Im Tachismus versucht der Künstler, spontane Empfindungen und das Unbewusste unter Vermeidung jeder rationalen Kontrolle durch Auftrag von Farbflecken auf eine Leinwand darzustellen. In den USA entstand etwa zeitlich parallel im abstrakten Expressionismus mit dem Action Painting eine eng verwandte Malmethode, oft werden beide Bezeichnungen auch synonym verwendet.

(Quelle Tachismus: Wikipedia)