Auf Grundlage der Ergebnisse der letzten Tage habe ich entschieden am Beispiel dieses Bildes Recherchearbeiten deutlich zu machen. Neustes Update, 24.01.2020.

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Mitbegründer der Künstlervereinigung
Die Brücke, liess sich 1918 in Davos nieder, wo er in der ersten Hälfte
der 1920er-Jahre von mehreren jüngeren Künstlern besucht wurde. Die
Auseinandersetzung mit dem bedeutenden Expressionisten in den Bergen
wurde zum prägenden Einfluss für den deutschen Maler Philipp Bauknecht
(1884–1933), den holländischen Maler und Bildhauer Jan Wiegers
(1893–1959) und die Künstler der Basler Gruppe Rot-Blau, Paul Camenisch
(1893–1970), Albert Müller (1897–1926) und Hermann Scherer (1893–1927).

Gruppe Rot-Blau ( CH )
Unser Bild stammt aus Davos und wird zeitlich um 1920 / 30 eingeordnet. Hier unter wechselnden Lichtverhältnisse aufgenommen.
Korrekurtur aufgrund aktueller Hinweise und gleichzeitig einen herzlichen Dank an den Hinweisenden! Heute, 23.01.2020 wurde mir dankenswerter Weise eine Ansicht von Rothenburg ob der Tauber geschickt. Herr Adolf Assling war so freundlich ein Bild zu übersenden ( unten ) das ermöglichte den Ort zu identifizieren-

Dieser Bericht wird ständig aktualisiert und befasst sich letztlich auch mit dem Thema der Provenienzforschung. Wer mehr zu dem Thema erfahren möchte, kann und dem folgenden Link den Leitfaden zur Provenienzfoschung downloaden. Herausgegeben und zu zum Download bereitgestellt urde dieser von ICOM Deutschland e. V. – ICOM Deutschland e. V. Hier geht es zum Leitfaden…..

Die Ansicht entsprach der Ansicht auf dem Gemälde, Die Identifizierung des Ortes ist also eindeutig, Es handelt sich um Rothenburg ob der Tauber. Die Untersuchung der Leinwand lässt schließen, dass das Gemälde aus den frühen 20er Jahren stammen kann. Stilistisch ist eine Zuordnung auf den holländischen Maler Monickendam möglich. In 2019 fand in Rothenburg eine umfassende Ausstelung unter Beteiligung internationaler Museen in Rothenburg statt. Titel:

Nah dran an van Gogh und Rembrandt
Monnickendam-Ausstellung im RothenburgMuseum (ab 14. April 2019)

Hier der Pressetext zur Ausstellung ( Quelle Rothenburg Tourismus )

In der zweiten Liga ziemlich weit vorn – so lässt sich der Maler Martin Monnickendam (1874 bis 1943) hinsichtlich seiner Bedeutung in die Riege der niederländischen Maler einordnen. Knapp hinter van Gogh, Rembrandt und Vermeer ist dies als Auszeichnung zu verstehen. Gewirkt hat der gebürtige Amsterdamer Monnickendam auch in Rothenburg ob der Tauber und mehrere pittoreske Landschaftsbilder und Stadtansichten auf Aquarellen, Pastellen und Zeichnungen verewigt, die vom 14. April 2019 bis 15. September 2019 zusammen mit Ölbildern Monnickendams im RothenburgMuseum zu sehen sein werden. Die 46 Kunstwerke verbleiben im Anschluss an die Sonderausstellung als Schenkungen der Stiftung „Verein der Freunde des Malers Martin Monnickendam“ im RothenburgMuseum und werden zum Teil in die Dauerausstellung integriert. Die Werke zeigen Blicke über das Taubertal auf den Landschaftsgarten an der Kobolzeller Kirche oder Darstellungen des St. Georgsbrunnen am Marktplatz von Rothenburg ob Tauber. Vor Ort war Monnickendam an der Tauber 1922. Einer konkreten Schule lassen sich Monnickendams Bilder nicht zuordnen, erkennbar sind Bezüge zum Jugendstil, aber auch zum Impressionismus und Expressionismus. Auf seinen Ölgemälden – 22 Leihgaben aus dem Rijksmuseums Amsterdam und dem Jüdisch-Historischen Museum Amsterdam ergänzen die Sonderausstellung – findet man Motive aus dem Alltag von Monnickendams Heimat Amsterdam und Bezüge auf das jüdische Leben. Monnickendam war selbst Jude, seine künstlerische Wirkung wurde durch die Besetzung der Niederlande in den 1940er Jahren und die Stigmatisierung der Nationalsozialisten auch langfristig beschädigt. Monnickendam selbst überlebte die NS-Verfolgung, er starb 1943 an einer Lungenentzündung. Der Verein der Freunde des Malers Martin Monnickendam, der die Kooperation mit Dr. Möhring vom RothenburgMuseum ins Leben rief, hat sich zum Ziel gesetzt, die Bedeutung dieses Ausnahmemalers in den Fokus einer breiten Öffentlichkeit zu bringen. In Rothenburg ob der Tauber ist die Ausstellung der Auftakt zu den Themenjahren „Pittoresk: Rothenburg als Landschaftsgarten“, der bis 2021 zahlreiche weitere Ausstellungen im RothenburgMuseum, im Mittelalterlichen Kriminalmuseum sowie Veranstaltungen im Wildbad Rothenburg ob der Tauber und Sonderführungen, Einblicke in Privatgärten und Konzerte folgen werden.
Quelle: //Medienkontakt:
Rothenburg Tourismus Service Robert Nehr
info@rothenburg.de
09861 404 521

Wir hoffen nun sehr, Herr Nehr wurde angeschrieben, bald eine genauere Zuordnung vornehmen zu können und evtl. bestätigen zu das es sich um Monnickendam handelt.

Hier nochmals und ausdrücklich mein herzlicher Dank an den Übersender des aufklärenden Fotos. Mit solch freundlicher Unterstützung ist es immer wieder möglich Zuordnungen auf den Weg zu bringen. Danke!

Das Foto von Adolf Assling das uns weiter brachte:

Quelle: Übersandt von A. Assling

 

 

 

Update 24.01.2020. Herr Dr. Möhring vom RothenburgMuseum war so freundlich sich das Bild anzusehen. Er antwortete:

Sehr geehrter Herr Trost,
Ihre Anfrage wurde an mich als zuständigen Sachreferenten weitergeleitet.
Das Bild zeigt in der Tat Rothenburg ob der Tauber von Westen. Allerdings deutet der sehr pastose, weiche Pinselstrich nur entfernt auf Martin Monnickendam hin. Dass die Signatur fehlt, ist ebenfalls ein Signal, es nicht dem Niederländer zuzuschreiben, denn M.M. hat fast immer signiert, sogar auf kleineren Skizzen oder Zeichnungen. Ich würde es eher (aber auch entfernt) in die Nähe der Werke von Georges Goffart rücken oder evtl. Joseph Haburaj zuschreiben - wenn es denn überhaupt ein in Rothenburg bekannter Künstler gewesen ist. Zu Goffart kann ich Sie an das Museum in Soltau verweisen (s. auch den Anhang), dort gibt es eine größere Sammlung von Bildern dieses Malers. Und zu Haburaj fragen Sie am besten seine Witwe Frau Doris Pürckhauer-Haburaj d.puerckhauer-haburaj@web.de 
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Hellmuth Möhring
RothenburgMuseum
Klosterhof 5
91541 Rothenburg o.d.T.
Tel. 09861 939043
www.rothenburgmuseum.de

Als Anlage freute ich mich über den folgenden Pressetext: ( Den Text werde ich in den nächsten Tagen noch formatieren )

Goffart zum Gedächtnis
Soltauer Museum zeigt ausgewählte Werke des späten Impressionisten
SOLTAU (mwi). Belgier war er, und kennengelernt hat er Soltau als Kriegsgefangener von 1914 bis 1918. Jahrzehnte später kehrte er in die Böhmestadt zurück und machte sie zum Zentrum seines Lebens und malerischen Schaffens:
Georges Gabriel Goffart, der hier am 30. Oktober 1974 starb, wurde am 21. Mai 1891 in Charlroi geboren, also vor 115 Jahren. Grund genug für die Arbeitsgruppe „Soltauer Maler“, in Zusammenarbeit mit der Stadt Soltau eine Gedächtnisausstellung für diesen Künstler zu organisieren. Eröffnet wird die Präsentation am heutigen Mittwoch
um 18 Uhr im Soltauer Museum. Dort ist sie bis zum 2. Juli zu sehen, dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.
Schon vor dem ersten Weltkrieg hatte Goffart sein Studium an der Akademie der schönen Künste in Brüssel „mit höchsten Lob“ abgeschlossen.
Dorthin kehrte er nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft zurück, um seine Kenntnisse zu vertiefen, bevor er 1919 für drei Jahre nach Paris ging.
Nach dem Tod seiner ersten Frau kehrte er 1944 nach Soltau zurück, denn während seiner Zeit als Kriegsgefangener im Wolterdinger Lager hatte er ein intensives Gefühl für die Böhmestadt und ihre Menschen entwickelt. Und, so Balke: „Als deutschfreundlicher Belgier war er in seiner Heimat inzwischen unerwünscht.“
In seiner Wahlheimat gab Goffart auch Mal- und Zeichenkurse an der Volkshochschule.
Unter seinen Schülerinnen traf er Ilse Born, die er 1955 heiratete.
Wie sich Dr. Peter Balke von der Arbeitsgruppe „Soltauer Maler“ erinnert, „brachte Goffart in den weniger urbanen, weniger internationalen Zeiten, als wir sie heute haben, in den 50er Jahren etwas Europäisches, etwas Weltläufiges in die kleine Stadt. Er war ein Belgier und wirkte wie ein Franzose auf uns. Uns so lange er auch in Deutschland oder Soltau lebte, er behielt diesen freundlichen französischen Charakter bei.“
Künstlerisch, so Balke, „entstammte Goffart der Welt des französischen Impressionismus’, und, wenn man ihn schon einstufen soll, so war er gewiß so etwas wie ein ‚realistischer, später Impressionist‘, sein Leben lang. Er ging nicht nach Moden. Er blieb bei seinem Stil und den von ihm geliebten Techniken.
Kaum einer weiß von ihm, daß er hervorragende dynamische, genau komponierte Kohlezeichnungen fertigen
konnte, die mit sensiblem Duktus, mit fettem Strich und zarter Linie Tiefe, Perspektive und Hintergrund zeigten.“
Und weiter: „Meist suchte er sich als Sujet Landschaften, Architektonisches, Blumenstilleben. Seine Bilder – er mochte die hiesige Heidelandschaft, sonst wäre er kaum hierher zurückgekehrt – wirken, als wäre für ihn ständig Sommer oder leuchtender Herbst gewesen. Ich kenne zum Beispiel kein einziges Winterbild von ihm. Er genoß und
liebte das Leben, und das sieht man auch den Bildern heute noch an.“
Davon konnte sich das Publikum schon im Rahmen der Ausstellung „Soltauer Maler des 20. Jahrhunderts“ im Herbst 2000 überzeugen, bei der auch Goffart mit einigen Gemälden vertreten war. Diesmal haben Balke und seine Mitstreiter Siegfried Ernst und Wilhelm Grefe den in Soltau sehr beliebten Maler allein in den Mittelpunkt gestellt. Es ist ihnen gelungen, 65 Werke aus dem Nachlaß des Künstlers zu präsentieren, die „querschnittartig und
charakteristisch das Lebenswerk des Impressionisten Goffart beschreiben und seine Persönlichkeit indirekt – durch seine Arbeiten – greifbar machen“, so Balke. Begleitend
zur Ausstellung ist auch diesmal wieder ein Katalog erschienen, der neben den Bildern selbst auch eine umfängliche Einführung von Dr. Peter Balke in Leben und Werk Goffarts enthält. Zusammen mit den bisherigen
Katalogen zu den Ausstellungen „Soltauer Maler des 20. Jahrhunderts“ („Soltauer Maler I“) und „Soltauer Maler II“ gibt es damit jetzt auch eine Dokumentierung dessen, was sich im Bereich der Soltauer
Malerei in der Vergangenheit abgespielt hat. Erhältlich sind die Kataloge im Soltauer Museum, im Rathaus,
in den Buchhandlungen Hornbostel und Schütte sowie in der Soltauer
Galerie Matei. Der größte Teil der Goffart-Bilder, die jetzt zu sehen sind, ist übrigens verkäuflich: Im Museum liegt eine Reservierungsliste aus, in die sich
Interessenten eintragen können. Die Preise sind jeweils einzeln zu klären. Nach der Eröffnung am heutigen Mittwoch durch Bürgermeisterin Christa Erden und Dr. Peter Balke ist die Ausstellung ab morgen für das
interessierte Publikum zu sehen.

Quelle: Mittwoch, 26. April 2006 heide kurier

Die Auseinandersetzung Kirchners mit der Gruppe Rot-Blau ließ Werke wie dieses entstehen. Bei diesem Bild kann leider nur eine Zuordnung erfolgen. Weitere Expertisen sind in Auftrag.

Das Bild ist hinter Glas in einem schweren Rahmen gefasst.