Einige der Bilder, die Sie im Shop unter der Rubrik “Unbekannte Künstler” finden, werden hier nochmals vorgestellt.

Im Prinzip geht es um das Argument der Zuschreibung. Und das durchaus häufige Rätsel um die Signatur.

Zuschreibung (Kunst)

Ein Werk der Architektur, der Bildenden Kunst oder der Angewandten Kunst wird dann einem Künstler zugeschrieben, wenn die Identifizierung nicht auf einer Signatur oder auf anderen absolut eindeutigen Belegen (wie z. B. Schriftquellen) beruht, sondern auf Grund von historischen oder technischen Indizien, vor allem aber durch stilkritische Argumente mit hoher Wahrscheinlichkeit geschlossen wird. In diesem Sinne kann der Begriff Zuschreibung auch für anonyme Kompositionen in der Musikwissenschaft oder literarische Texte angewendet werden.

Wenn man auf diesem Weg nur feststellen kann, dass eine Gruppe von Werken von demselben Künstler geschaffen wurden, man aber seinen Namen nicht kennt, werden häufig Notnamen vergeben.

Zuschreibungen bilden einen klassischen Gegenstand des wissenschaftlichen Diskurses in den Fächern Kunstgeschichte und Archäologie, sie können umstritten sein und zum Gegenstand jahrzehntelanger Auseinandersetzungen werden. Auch im Kunst- und Antiquitätenhandel spielen Zuschreibungen eine erhebliche Rolle, da Kunstwerke eines berühmten Künstlers höhere Preise erzielen als Stücke von gleicher Qualität, die aber nicht mit einem bekannten Namen in Verbindung stehen.

Wenn eine bisherige Zuschreibung mit hilfe neuer Erkenntnisse oder Argumente abgelehnt wird, spricht man auch von einer Abschreibung.

Expressionismus Schweiz ca 1925 / 1930

Dieses Werk wurde zum Beispiel der Gruppe Rot-Blau, also den “Schweizer Expressionisten” zugeschrieben. Ein kurzer Artikel dazu ist im Blog zu finden.

Die Signatur / Das Monogramm

Signatur: Kenntlichmachung der Urheberschaft durch eigenhändige Unterschrift oder ein Namenszeichen (des Künstlers).

Wird die Authentizität mit den *Initialen des Vor- und Familiennamens bestätigt, spricht man von einer *Monogrammierung. Sie ist seit der Zeit A. *Dürers (1471-1528) gebräuchlich. Die Verwendung eines *Emblems oder Symbols als Bestätigung der Urheberschaft war früher in Form der Meistermarken und Werkstattzeichen üblich. Im Altertum waren Werke von Künstlern und Kunsthandwerkern nur selten mit Urheberangaben versehen. Erst im späten Mttelalter wurden in der Kunst und im Kunsthandwerk Namenszeichen gebräuchlich, vor allem in Form der relativ häufig auftretenden Steinmetzzeichen und auf graphischen Blättern, zum Schutz vor missbräuchlichen Vervielfältigungen.

Während auch Gemälde seit der Spätgotik häufig signiert sind, wurden Werke der Bildhauerkunst erst seit dem Signaturenkult des 19./20. Jh. mit Namenszeichen versehen. (Paraphe ist die zeitgenössische Bezeichnung für den Abdruck eines Namensstempels oder die zu einem Zeichen verkürzte Signatur.)

H. VOLLMER, Künstlersignaturen, in: Die Kunst 21, 1910; E. ENGEL,
Signum mercatoris – Signum societatis. Zeichen und Marken im
Wirtschaftsleben dt. Städte des SpätMA, in: Symbole des Alltags. Alltag
der Symbole, FS für Harry Kühnel, S. 209-231, Graz 1992.

Die Signatur gibt oft echte Rätsel auf. Ein bekannter Maler fragte mich in einer Diskussion einmal, was ich denn denken würde, wie zu signieren sei. Ich antwortete ihm recht unverholen: “Bitte leserlich”

Das folgende Werk, von 1924, gibt hier schon lange Rätsel auf

Werk aus 1924
Datierung und Signatur

Schön wäre natürlich hier eine anerkannte Expertise zu bekommen, die aussagt, es sei ein Paul Klee. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch sehr gering. Also ein Bilder-Rätsel, das noch zu lösen ist.

Ähnlich wie dieses Expressionistische Werk aus den 20er Jahren. Mit Ähnlichkeiten hin zu Max Weber oder Kirchner ist die weitere Identifizierung mehr als interessant. Das Bild ist im Shop bestellbar