Folge 1, “Modern Design” und “Contemporary Art”

Um es vorweg zu nehmen, hier geht es nicht um den Markt der Investoren, die für Kunst oder Designobjekte Millionen investieren. Es geht um den Markt, dem sich auch ein mittelschichtiger Verbraucher zuwenden kann. Dennoch werden auch Beispiele aus dem Topmarkt zur Verdeutlichung herangezogen.

Der Markt selbst, der im Bereich einiger hundert oder tausend Euro startet, unterliegt Schwankungen. Die Schwankungen am Kunstmarkt in diesem Segment gehen oft mit den Entwicklungen am Designmarkt einher. Um 2000 gab es ein Revival in die 50er Jahre, seit 2010 fokussiert man auf Space Age und die 60er, zur Zeit richtet sich der Blick auf die 70er Jahre. Ein halbes Jahrhundert zurück orientiert ist eine Variante am Designmarkt, die sich schon über einige Dekaden hält. Diese Variante trifft immer auf die Vorreiter am Markt, also die Orientierung der Händler. Der Sammler oder Liebhaber einzelner Gegenstände folgt dem nach. Die Entwicklung eines solchen Marktes ist wohl am einfachsten psychologisch zu erklären. “Was Menschen an ihrem Lebensende abgeben, nehmen andere ein Stück weit als Kindheits- und Jugenderinnerung mit.” Ergänzt wird dieses Verhalten durch einen deutlich gefestigteren Bezug zu Design und Kultur. Dieses weiterführende Verständnis dessen, evtl. begleitet von dem Wunsch die eigene Welt noch mal von “Anfang an” zu verstehen, bereitet hier den Markt. Dies gründet auf der früheren Lebensumwelt im Sinne von Design.

Ist das Interesse an diesem Trendmarkt erstmal geweckt entsteht ein Interessenschwerpunkt, der mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Sammelleidenschaft einher geht. Begleitend wächst oft das Interesse an bestimmten Künstlern. Der “Einstieg” erfolgt hier oft in einem niederschwelligen Bereich. Wer zum Beispiel Designstücke aus den späten 50er oder frühen 60er Jahren hat, ist manchmal sicher auch versucht, diese mit Kunst zu ergänzen. Wobei ich hier Desgin auf der Ebene des Gebrauchsdesigns meine. Da ist es einfach zum Beispiel eine – evtl. signierte – Lithographie oder ein frühes Werk eines anerkannten Künstlers ergänzend dazu zu nehmen. Der Stil und das Design einer Zeit spiegeln sich oft in diesen Werken und ergänzen dann sehr treffend. Weiter ist es verhältnismäßig einfach möglich an solche Stücke zu gelangen. Der Vintage Markt ist eine Quelle, das persönliche Suchen auf Märkten eine andere. Die weiteren Quellen, vorwiegend von Händlern genutzt, lass ich hier mal außer acht. Und, ich gebe es zu, das ist der pure Egoismus. Bei Interesse kann ich hier gerne, nach Absprache, beratend zur Seite stehen.

Ist dem Interessierten hier der niederschwellige Einstieg in den Bereich Kunst gelungen, folgt daraus oft die Jahrzehnte lange Auseinandersetzung mit einem Künstler oder einer Kunstrichtung. Letztlich also der Beginn einer, wie auch immer geprägten Sammlung. Je größer der finanzielle “Spielraum”, desto ausgeprägter das Engagement.

Parallel dazu entwickelt sich oft das Lebenswerk eines Künstlers der gesammelt wird. Wird dieses Lebenswerk breit und öffentlich anerkannt, entwickelt sich auch dessen Wert am Markt. Somit kann z.B. die Lithographie, die vor Jahren als Ergänzung zum Design für wenig Geld erworben wurde, also u.U. einem ungeahnten Wertzuwachs erfahren. Womit wir uns mitten in der Auseinandersetzung zur Wertentwicklung im Bereich der Contemporary Art befinden. Im folgendem Schema anhand von Verkaufszahlen in den letzten Jahren grün dargestellt. (weltweiter Trend)

Schema Verkäufe Kunstmarkt

Contemporary Design und Art bilden hier also einen beständigen Markt der sowohl das Interesse des Einzelnen, auch niederschwellig Interessierten, wie den Interessen von Investoren folgen kann.

Wer sich in diesen Markt wagen möchte, sollte sich einige Fragen stellen und evtl. dem ein oder anderen der Hinweise im Folgenden nachgehen:

  1. Was mag ich besonders? Der emotionale Faktor beim Erwerb von Design und Kunst ist der, welcher den sichersten Gewinn bringt.
  2. Was ist im Rahmen meines Budgets noch auf dem Markt erhältlich. Unterhalten Sie sich in Galerien, auf Ausstellungen und Märkten mit Händlern und Sammlern. Ihr Interesse wird oft erwidert werden und nirgends ist mehr aus der Praxis zu lernen als dort.
  3. Erstellen Sie eine Liste der Künstler oder Stilrichtungen die SIE besonders mögen und gleichen Sie diese mit den Wertentwicklungen am Markt ab.
  4. Sammeln Sie Informationen dazu, ob der für Sie interessante Bereich eventuell von einer Häufung von Fälschungen betroffen ist.
  5. Erkundigen Sie sich in welchem (kleinen) Auktionshaus Ihr Interessengebiet, als Randgebiet, verkauft wird.
  6. Wenn Sie Ihren Interessenbereich spezifizieren möchten und sich deshalb von dem ein oder anderen trennen möchten, sollten Sie für den Verkauf Zeit haben, um einen angemessenen Preis zu erhalten. Verkaufen Sie schnell, erhalten Sie zumeist nur einen unbefriedigenden Preis.
  7. Setzen Sie sich zwei Mindestpreise. Einen für den Verkauf an einen Händler, einen für den Verkauf an einen privaten Interessenten. Werden diese Preise, sie sollten real sein, nicht geboten werden, warten Sie einfach ab. Ein guter Verkauf kann Monate dauern.
  8. Machen Sie sich Notizen zu Ihren Einkaufspreisen.

Auch wenn der regionale wie globale Kunst- und Designmarkt wächst: Kunst und Design sind weder eine Ware noch eine Anlageklasse wie jede andere. Das Sammeln und Investieren in Kunst oder Design stellt besondere Anforderungen an den Käufer, die Käuferin. Ein hohes Renditepotenzial bedeutet auch hohe Risiken. Kunst und Design als alternative Geldanlage, auch auf niederschwelligem Niveau, bringt allerdings einen Bonus mit, wie ihn andere Anlageformen nicht haben: einen hohen emotionalen und ästhetischen Faktor, der nicht in Geld zu messen ist.

Erwarten Sie meinen nächsten Bericht, die Reihe wird weitergeführt…

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