Luise Grote, wir konnten leider bislang noch nicht recherchieren, wann sie geboren wurde und wann sie verstarb. Die frühesten Zeichnungen, die hier vorliegen, sind von 1922 und die letzten Aquarelle von 1986.

Wer war Luise Grote? Eine Grafikerin, Zeichnerein, Malerin, Autorin, Illustratorin und Spieleerfinderin aus Bremen. Sie lebte unter anderem in der Rutenstr. 2. Ihre Tätigkeiten waren absolut vielfältig. In den frühen 20er Jahren begann sie beruflich zu zeichnen. Henry Garde wurde erst in den 50er Jahren bekannt und wird als einer der ersten Bremer Grafiker bezeichnet, (Kaffee Haag) Luise Grote sollte jedoch im gleichen Atemzug genannt werden, sie bearbeitete nur ein anderes grafisches Feld. Garde war Industriegrafiker, Luise Grotes Grafiken waren zumeist für die Presse und als Ilustrationen für Bücher gefragt.

Luise Grote Studie 1924

Das erste Bild das hier vorlag wurde zusammen mit einem Scherenschnitt ihrer Schwester Sophie Grote aufgefunden. Eine Aktstudie aus dem Jahr 1924. Nach kurzem weiteren Suchen konnten wir dann weitere Arbeiten von Luise Grote entdecken. Ergänzt durch ein wenig persönlichen Schriftverkehr lies sich ein wages Bild von Luise Grote erahnen. In den Jahren 1924 bis 1928 zeichnete sie Modeentwürfe, erfand ein Spiel für den damaligen Otto Meier Verlag (heute Ravensburger) und beschäftigte sich mit dem Design sogenannter Anziehpuppen (Papier / Pappe) für Kinder. (Die Spieleentwicklung und die Anziehpuppen haben wir dem Spielemuseum Ravensburg überlassen. Angesprochene Bremer Institutionen, wie das Focke Museum, hatten kein Interesse.) Seit dem Anfang der 30er Jahre scheint Luise Grote als Grafikerin in Bremen in fester Anstellung gewesen zu sein. Ihre zeichnerischen Entwürfe zur Mode bieten in den Jahren 1924 bis 1930 einen schönen Einblick in ihre kreativen Fähigkeiten.

In der NS Zeit schreibt eine Freundin ihr und stellte ihr eine neue Tätigkeit in angenehmerem Umfeld in Aussicht. Der Brief lässt vermuten, dass die Arbeit mit Menschen, die dem NS Regime nahe standen ihr nicht sonderlich gefiel. 1942 starb ihr Vater, wie aus einem Kondolenzbrief an sie, die Schwester Sophie und (evtl.) eine weitere Schwester, Minna, zu ersehen ist. Wo genau Luise Grote in dieser Zeit tätig war, lässt sich bislang noch nicht feststellen.

Nach dem zweiten Weltkrieg bekam Luise Grote eine Anstellung bei Weserkurier und arbeitete auch für “Die Bunte Truhe”, einer wöchentlichen Beilage zum Weser Kurier. Beim Weser Kurier war sie nicht nur als Grafikerin, sondern auch als Autorin kurzer Geschichten bekannt. Besonders jedoch, und das machte ihr Wirken in Bremen bekannt, waren ihre Zeichnungen zur Mudder Senkstacken. Einer halb realistischen, halb fiktiven Figur, die als “Comic” wöchentlich im Weser Kurier zu finden war und das Leben in Bremen ab 1949 beschrieb. Einige der alten Druckfahnen, die erste farbliche Vollzeichnung der Mudder Senkstacken und weiteres liegt hier vor.

In den 50er / 60er Jahren illustrierte Luise Grote auch einige Bücher, unter anderem für den Suhrkamp Verlag.

Freimarkt Luise Grote

Luise Grotes Spur verliert sich dann für uns. Es bleiben einige persönliche Briefe und Aufzeichnungen und zwei Aquarelle. Eines von einer Freimaktszene, wohl aus der Mitte der 50er Jahre, wie aus der Kleidung geschlossen werden könnte und ein Aquarell aus dem Jahr 1896. Die da sicher schon etwas betagtere Luise Grote malte noch einmal einen Sommertag an der See – mit schon deutlich über 80 Jahren.

Wir werden diesen Bericht über eine absolut kreative Bremerin fortsetzen, sobald weitere Unterlagen gesichtet und katalogisiert wurden. Es ist einfach auch eine große Freude den kreativen Weg eines Menschen über einen so langen Zeitraum nacherleben zu dürfen.

Eine noch größere Freude wäre es natürlich, wenn interessierte Bremer z.B. vom Weser Kurier, das Material an sich nehmen und aufarbeiten oder weiteres Material zur Verfügung stellen würden.

Luise Grote Heiligenhafen 1986

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Arbeiten von Luise Grote sind hier zu finden………….