Hans am Ende (* 31. Dezember 1864 in Trier; † 9. Juli 1918 in Stettin) war ein deutscher Maler des Impressionismus und Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede.

Hans am Ende
Hans am Ende – Abend an der Wümme

 

Hans am Ende, wurde 1864 als Pastorensohn in Trier geboren. 1884 übersiedelte er als Student nach München an die Kunstakademie. Auf einer Zugfahrt lernte er durch Zufall Fritz Mackensen kennen, der ihn nach Worpswede einlud. So wurde er zu einem der Gründer der Worpsweder Künstlerkolonie. Seine Ölbilder wurden bestimmt von den Nuancen der Wolken- und Himmelsfarben über der Worpsweder Landschaft. Seine exzellenten Radierungen waren Vorbild für seine Künstlerfreunde, die diese Technik von ihm lernten. Rainer Maria Rilke schrieb über seine Kunst: „Musik, ja das ist es, womit man sie am besten vergleichen kann. Musik von Hörnern und Harfen (…) Die Farben seiner Landschaften setzen ein, als hätten sie auf den Wink eines unsichtbaren Taktstockes gewartet.“

In seinem Wohnhaus, dem heutigen Buchenhof, verbringt Hans am Ende viele schöne Tage und Stunden mit seiner Frau Magda. Die junge Paula Becker schreibt darüber: „… Die Zartheit der Liebe, mit der diese beiden Menschen verkehren, durchleuchtet ihr ganzes Häuslein mit rosarotem Licht. Und jeder der diese Atmosphäre atmen darf, muß auch zart und weich werden….“

1914 zieht er als Reserveoffizier patriotisch in den ersten Weltkrieg. Dort erleidet er 1918 eine schwere Verletzung und stirbt kurze Zeit später im Alter von 54 Jahren in Stettin.

Hans am Ende war unter seinen Künstlerfreunden sehr beliebt. Sein viel zu früher Tod bewirkte, daß er gegenüber den anderen Gründern der Künstlerkolonie weniger Beachtung findet. Die kunsthistorische Einordnung seines Gesamtwerkes ist schwierig, da es keine Erben gab, die sich um den Nachlaß des hochtalentierten Künstlers bemüht hätten.

Offizielle Biografie

Hans am Ende verbrachte seine Kindheit in Trier, wo sein Vater Alwin als Divisionsprediger wirkte. 1872 zog die Familie nach Kirchscheidungen bei Naumburg (Saale), wo sein Vater die Pfarrstelle bis zu seinem Tod 1888 innehatte. Die Studienreife erwarb er in der Landesschule Pforta bei Bad Kösen. Anschließend studierte er bei Wilhelm von Diez an der Königlich Bayerischen Akademie der Bildenden Künste München. Hier traf er seinen Freund Fritz Mackensen, mit dem ihn eine gemeinsame Militärzeit verband. Danach studierte er an der Großherzoglich Badischen Kunstschule Karlsruhe bei Ferdinand Keller, bevor ihn Mackensen zum Umzug nach Worpswede bewegen konnte. Hans am Ende, wie auch Mackensen und seine Künstlerkollegen, wollten in der Abgeschiedenheit der Heide- und Moorlandschaft um Worpswede „… im Einklang mit der Natur leben und die bäuerliche Welt zum Gegenstand ihrer Malerei machen.“ Ihre Entscheidung stellte gleichzeitig einen Protest gegen den Akademienbetrieb des ausgehenden 19. Jahrhunderts wie auch gegen die Zivilisation der Großstädte dar.

Worpswede

1889 ließ er sich in Worpswede nieder und gehörte damit neben Fritz Mackensen, Fritz Overbeck und Otto Modersohn zu den Begründern der Künstlerkolonie Worpswede. 1894 schloss sich Heinrich Vogeler der Künstlerkolonie an. Hans am Ende baute sein Wohn- und Atelierhaus, den Buchenhof, neben Heinrich Vogelers Barkenhoff, in dem heute das Heinrich-Vogeler-Museum untergebracht ist. Hans am Ende heiratete später Magda Willatzen, die glückliche Ehe blieb jedoch kinderlos.

1895 stellten die Künstler gemeinsam in der Bremer Kunsthalle aus. Mit einer im gleichen Jahr stattfindenden Ausstellung der Gruppe im Münchner Glaspalast wurden die Künstler in ganz Deutschland bekannt. „Vor allem Hans am Ende … gelangte zu einer Landschaftsmalerei, die mit ihrer hellen Farbpalette und atmosphärisch dichten Bildwirkungen in die Nähe impressionistischer Bildsprache gelangte.“

Am Endes Landschaftsgemälde vermitteln das Bild einer heiteren, noch heilen Welt. Seine Porträts zeigen seine Fähigkeit, „… die innere Qualität seiner Modelle zu erfassen und hervorzuheben.“ Er stellte zahlreiche eigene Radierungen her, zum Teil in außergewöhnlich großem Format, und regte die Malerkollegen zum Radieren an.

Der Dichter Rainer Maria Rilke kam im Jahr 1900 nach Worpswede und freundete sich mit dem Künstlerkreis an. Für seine 1903 geplante Monografie Worpswede, die von dem Verlag Velhagen & Klasing betreut wurde, verfasste er Essays über Fritz Mackensen, Otto Modersohn, Fritz Overbeck, Hans am Ende und Heinrich Vogeler. Carl Vinnen ließ sich zu einer Zusammenarbeit nicht bewegen.

Letzte Jahre

Im Ersten Weltkrieg wurde Hans am Ende als Hauptmann z. D. wiederverwendet und diente im Infanterie-Regiment „Lübeck“ (3. Hanseatisches) Nr. 162. Während seiner Dienstzeit an der Westfront entstanden viele Tuschskizzen.

Am 10. April 1918 wurde Hans am Ende bei Messines in Belgien schwer verwundet und erlag im Lazarett in Stettin seinen Verletzungen. Er wurde in Bremen beigesetzt. Sein Grabstein wurde nach 1945 auf den Worpsweder Friedhof transloziert und neben dem seiner Frau aufgestellt.

Von den ersten Worpsweder Malern ist über Hans am Ende am wenigsten bekannt. Die Kunsthalle Bremen besitzt einige Gemälde und eine Sammlung seiner Radierungen.

Die hier vorliegende Lithografie ist einer der seltenen Probedrucke, noch mit den Schnittmarken versehen.

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